Gebäude-Energieausweis

Was ist ein Gebäude-Energieausweis?

Der Energieausweis stuft Gebäude nach seinem Energiebedarf oder seinem Energieverbrauch ein, macht also die energetische Qualität eines Gebäudes transparent. Der Aussteller erhebt die erforderlichen Daten der Gebäudehülle und der Anlagentechnik und vergleicht diese mit entsprechenden Referenzgebäudedaten, empfiehlt Modernisierungsmaßnahmen, welche die Energiebilanz verbessern können. Mit der Unterschrift des Ausstellers versehen, ist der Energieausweis ein offizielles Dokument, das Käufer und Verkäufer, Mieter und Vermieter von Wohnungen und Häusern gleichermaßen interessieren wird:
Günstige Energiekosten und eine effiziente Wärmeversorgung lassen sich damit belegen und als Kauf- oder Verkaufsargument nutzen. Die rechtliche Verpflichtung Modernisierungsmaßnahmen umzusetzen besteht nicht, doch es verbessert den Gebäudewert, senkt die Energiekosten maßgeblich und trägt aktiv zum Umwelt- und Klimaschutz bei.

Wer braucht einen Energieausweis?

  • Verkäufer und Vermieter von Wohneigentum müssen Interessenten ab 1. Juli 2008 einen Energieausweis vorlegen. Wurde das Gebäude nach 1965 errichtet, beginnt die Ausweispflicht am 1. Januar 2009.
  • Käufer oder Mieter können ab diesem Stichtag einen Energieausweis des Objektes verlangen.
  • In großen  öffentlichen Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr, muss der Energieausweis an hervorgehobener Stelle ausgehängt werden.
  • Alle gewerblich genutzten Gebäude (Nichtwohngebäude) brauchen ab 1. Juli 2009 bei Neuvermietung oder Verkauf einen Energieausweis.
  • Wer in den "eigenen vier Wänden" wohnt und nicht verkauft oder neu vermietet, benötigt keinen Energieausweis.

Wie lange gilt ein Energieausweis?

Ein Energieausweis hat zehn Jahre lang Gültigkeit.

Welche Varianten des Energieausweises gibt es?

Es gibt zwei verschiedene Arten des Energieausweises. Welche Art für das zu bewertende Gebäude erforderlich ist oder sogar gewählt werden kann, wird nach bestimmten gesetzlich festgeschriebenen Kriterien vorgegeben.
  • Der "verbrauchsorientierte Energieausweis"
    Der verbrauchsorientierte Ausweis bewertet den tatsächlichen angefallenen Energieverbrauch eines Wohngebäudes (ggf. einschließlich Warmwasserbereitung). Grundlage hierfür sind die Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre. Hierbei spielt das Nutzerverhalten eine sehr große Rolle. Verzerrende Witterungseinflüsse (z.B. ein sehr kalter Winter) werden über Klimafaktoren rechnerisch berücksichtigt.
  • Der "bedarfsorientierte Energieausweis"
    Der bedarfsorientierte Ausweis beruht auf einer detaillierten Analyse der Gebäudehülle und der Anlagentechnik. Dabei werden Daten zur Gebäudehülle, Heizung und Warmwasserbereitung (ggf. auch zur Lüftungsanlage) rechnerisch nach einem einheitlichen Verfahren unter Berücksichtigung der jeweiligen Klimazone ermittelt. Diese Auswertung liefert eine Prognose des voraussichtlichen Energiebedarfs, unabhängig vom jeweiligen Nutzerverhalten.